Schematherapie
„Ich bin nicht das, was mir passiert ist, ich bin das, was ich entscheide zu werden.“ C.G.Jung
Schematherapie: Den Mustern der Vergangenheit auf der Spur
Haben Sie das Gefühl, in bestimmten Lebenssituationen immer wieder nach demselben, schmerzhaften Muster zu reagieren? Überfallen Sie manchmal Gefühle von Unzulänglichkeit, tiefer Einsamkeit oder übertriebener Wut, obwohl Sie rational wissen, dass die Situation das eigentlich nicht hergibt?
Die Schematherapie ist ein moderner, integrativer Ansatz der Psychotherapie, der genau hier ansetzt. Sie hilft uns zu verstehen, warum wir so fühlen und handeln, wie wir es tun – und wie wir diese alten "Teufelskreise" durchbrechen können.
Was genau ist ein „Schema“?
Ein Schema ist eine Art inneres Drehbuch. Es entsteht meist in der Kindheit oder Jugend, wenn wichtige emotionale Grundbedürfnisse (wie Sicherheit, Geborgenheit, Autonomie oder Wertschätzung) nicht ausreichend erfüllt wurden.
Um diesen Mangel damals auszuhalten, haben wir Überlebensstrategien entwickelt. Das Problem: Diese Strategien, die uns als Kind geschützt haben, stehen uns heute als Erwachsene oft im Weg. Sie führen zu Problemen in Beziehungen, im Job oder im Umgang mit uns selbst.
Das Modus-Modell: Wer steuert uns gerade?
In der Schematherapie arbeiten wir oft mit dem sogenannten Modus-Modell. Ein Modus ist der aktuelle emotionale Zustand, in dem wir uns befinden. Man unterscheidet grob vier Gruppen:
Kindmodi: Hier spüren wir den alten Schmerz, die Angst oder auch die unbändige Freude von früher (z. B. das „verlassene Kind“).
Elternmodi: Das sind die inneren Kritiker oder Antreiber. Es sind verinnerlichte Stimmen, die uns entwerten oder unter Druck setzen („Du bist nicht gut genug“, „Stell dich nicht so an“).
Bewältigungsmodi: Das sind unsere Schutzschilde. Wir ziehen uns zurück, passen uns übermäßig an oder reagieren aggressiv, um den Schmerz nicht spüren zu müssen.
Der Gesunde Erwachsene: Das ist der Teil in uns, der Verantwortung übernimmt, liebevoll mit dem „inneren Kind“ umgeht und klare Entscheidungen trifft. Ziel der Therapie ist es, diesen Modus zu stärken.
Wie läuft die Therapie ab?
Die Schematherapie ist sehr erfahrungsorientiert. Wir arbeiten nicht nur über das Reden, sondern nutzen Methoden, die die Gefühle direkt ansprechen:
Klärung: Wir finden heraus, welche Schemata bei Ihnen aktiv sind und woher sie kommen.
Imaginationsübungen: Wir reisen in der Vorstellung zurück zu den Ursprüngen Ihrer Muster, um die damaligen Bedürfnisse nachträglich zu „versorgen“.
Stuhlarbeit: Wir machen die verschiedenen inneren Anteile (z. B. den Kritiker und das verletzte Kind) sichtbar und treten mit ihnen in den Dialog.
Transfer: Wir trainieren ganz praktisch, wie Sie im Alltag aus alten Mustern aussteigen und neue, gesündere Verhaltensweisen festigen können.
Für wen ist Schematherapie geeignet?
Die Schematherapie ist besonders wirksam bei:
Wiederkehrenden Beziehungsproblemen.
Tief sitzenden Selbstwertproblemen.
Chronischen Depressionen oder Ängsten.
Persönlichkeitsstörungen.
Menschen, die das Gefühl haben, dass rein „kognitive“ Therapien (die nur am Denken ansetzen) nicht tief genug greifen.
Mein Ziel ist es, Sie dabei zu unterstützen, vom passiven Erleiden Ihrer Muster zum aktiven Gestalter Ihres Lebens zu werden.